Kolonialismus

In diesem Projekttag wollen wir mit einer geschichtlichen Perspektive auf aktuelle gesellschaftliche Phänomene schauen. Die Bezüge zu heute darzustellen sind ein zentrales Element des Projekttages. Basiswissen über die deutsche Kolonialvergangenheit stellt dabei eine Grundlage dar. Ein Fokus liegt auf der Entstehung von Rassentheorien als pseudowissenschaftliche Legitimation der Ausbeutung. Die Einstellungen der Menschen, die bis heute fortwirken und zu denen auch Rassismus gehört, finden sich in aktuellen Diskursen, z.B. über Einwanderung, wieder, wo aus der Kolonialzeit stammende Bilder und Narrative bedient werden.

In spielerischen Methoden wird die eigene Involviertheit in koloniale Denkmuster erkennbar gemacht und gezeigt, wo koloniale Kontinuitäten im Alltag der Schüler*innen eine Rolle spielen. Dabei wollen wir Wissenslücken aufzeigen und Neugier wecken, das eigene Wissen auch abseits vom Geschichtsunterricht zu vertiefen.

Wir betrachten Kolonialismus als eine machtvolle, durch massive Gewalt, wie z.B. Sklaverei, erwirkte Strukturveränderung in der Gesellschaft, die sowohl globale Zusammenhänge als auch Denken und Handeln der Menschen in Deutschland beeinflusst hat. Wir kritisieren den (fehlenden) Umgang mit Erinnerung in Deutschland, was beispielsweise an den Debatten um die Änderung von Straßennamen, die Kolonialverbrecher ehren, oder um die Rückgabe von sog. „human remains“ sichtbar wird.